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Die Gründung am 31.1.2005


Ausgabe: PAZ  Datum: 02.02.2005

Neuer Heimatverein konkurriert nicht mit Ortsvereinen

30 Mitglieder traten bei Gründungsversammlung ein / Karl-Wilhelm Schubert zum Vorsitzenden gewählt / Jahresbeitrag liegt bei 15 Euro


„Juristisch abgeklopfte Satzung“

Peine-Dungelbeck (el). Ein Auftakt nach Maß: Gleich 30 der 35 Gründungsmitglieder traten dem Heimatverein Dungelbeck bei, der jetzt aus der Taufe gehoben wurde. Einstimmig wählte die Versammlung Karl-Wilhelm Schubert zum Vorsitzenden. Sein Stellvertreter ist Kai Burgdorf.
Der Vorsitzende, Mitglied des Ortsrates und Vorsitzender des evangelischen Kirchenvorstandes, rief dazu auf, jetzt neue Mitglieder zu gewinnen. Den Jahresbeitrag von 15 Euro bezeichnete er als erschwinglich. Das Eintrittsalter beträgt 16 Jahre.
„Wir haben vorher mit allen Ortsvereinen gesprochen. Sie sehen in dem neuen Heimatverein keine Konkurrenten. Ohne diese einvernehmliche Zustimmung hätten wir die Gründung nicht angeschoben“, versicherte Ortsbürgermeister Bernd-Detlef Mau. Außerdem soll sich der neue Verein „gewisser Dinge“ aus dem Dorferneuerungskonzept annehmen.
Der Heimatverein schreibt sich Pflege, Förderung und Erhaltung des heimatkundlichen und kulturellen Lebens des Dorfes ebenso auf die Fahne wie die Erforschung und Dokumentation der Ortsgeschichte. Doch einige Teilnehmer der Gründungsversammlung hielten diese Absichten in der Satzung für „ein bisschen dünn“. Vermisst wurde eine konkrete Aufgabenbeschreibung, wie sie etwa in der Satzung des Kreisheimatbundes verankert ist. Keine Bedenken gab es aus den Reihen der Gründungsversammlung, einige präzisierte Aufgaben in der Satzung zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise: Sammlung von Materialien (Schrift, Bild, Ton, Gegenstände); Vorträge/Ausstellungen; Erforschung der heimischen Mundart; Mitwirkung bei Denkmalpflege, Gestaltung des Ortsbildes, sowie bei Maßnahmen für Natur/-Landschaftsschutz. Nur in einem Punkt der Satzung kam die Gründungsversammlung nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Laut Entwurf ist der Vorstand nicht verpflichtet, dem schriftlichen Antragsteller, der in den Heimatverein eintreten will, im Falle einer Ablehnung die Gründe zu nennen. Kritiker merkten an, dass jede Behörde oder andere Einrichtung die Ablehnungsgründe mitteilt. Dann habe der Betroffene Gelegenheit, darauf zur reagieren. Ortsbürgermeister Mau wies darauf hin, dass die die Heimatvereins-Satzung auf einer „juristisch abgeklopften Mustersatzung“ basiere. Eine eindeutige Mehrheit sprach sich dagegen aus, den Vorstand grundsätzlich zu verpflichten, die Gründe für die verweigerte Aufnahme eines Mitgliedes mitzuteilen.
Einmütig und jeweils ohne Gegenkandidaten wählten die 30 Mitglieder des neuen Heimatvereins den Vorstand. Diesem Gremium gehören neben Schubert (Vorsitzender) und Kai Burgdorf (Stellvertreter) außerdem noch an: Walter Kühne (Schatzmeister), Friedhelm Behrens (Stellvertreter); Hella Heubach-Diercks (Schriftführerin), Ilse Horstmann (Stellvertreterin). Kassenprüfer sind Bettina Kühne und Peter Westphal.